in Österreich [21]

Von großer Bedeutung für die Anbindung Österreichs an internationale Datennetze war das Österreichische Akademische Computernetz (ACOnet). [22] Die Entwicklung von ACOnet wurde 1981 von den EDV-Zentren der Universitäten und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung eingeleitet. 1985 erhielten die österreichischen Universitäten erstmals Zugriff auf internationale Datennetze [23]. Im Jahre 1986 wurde der ACOnet-Verein gegründet, dem die EDV-Zentren aller österreichischen Universitäten angehören. Im Verlauf des Jahres 1989 bekam die Universität Wien wie auch andere europäische Universitäten im Rahmen des EASI-Programmes [24] einen für damalige Verhältnisse sehr schnellen Computer, der von der Firma IBM relativ preisgünstig zu beziehen war. Das Ziel dieses Programmes war allerdings nicht nur die einzelne Nutzung der Supercomputer sondern deren Vernetzung. Anläßlich eines Treffens aller EASI-Teilnehmer wurde das in den USA bereits gebräuchliche TCP/IP-Protokoll als Standardprotokoll festgelegt. Es wurde ein Netzwerk-Knoten beim Genfer Kernforschungszentrum CERN eingerichtet, der mit dem amerikanischen NSF-Net mit einer 1.5 Mbit/sec Leitung verbunden wurde. Der Supercomputer der Uni Wien wurde 1990 mit diesem Netzwerkknoten [25] verbunden und stellt somit den 1. Internetserver in Österreich dar.
1992 wurden alle Netzwerkdienste des ACO-Netzes auf das bereits international verbreitete TCP/IP Protokoll umgestellt.
Das ACO-Netz war auch Keimzelle der Internetanbindungen der osteuropäischen Nachbarstaaten. [26] Durch die finanzielle Unterstützung des BMWV war es möglich, Internetverbindungen zu den jeweiligen Universitäten herzustellen. Diese Investition erwies sich langfristig als äußerst günstig, da Wien eine Knotenfunktion übernahm und somit auch für internationale Backbone-Provider interessant wurde. Als erster Backbone-Provider schuf EBONE [27] in Wien einen Zugangspunkt zu seinem europäischen Netzwerk. Dies war für die gesamte Internetentwicklung in Österreich von großer Bedeutung, da die Internetprovider nicht mehr auf die teuren Standleitungen ins Ausland angewiesen waren, sondern einen Netzwerkknoten direkt vor der “Haustüre” hatten. Andere Backbone-Provider wie Cable&Wireless und EUNet haben sich ebenfalls in Wien angesiedelt.

[21] Der folgende Abschnitt wurde auf Basis eines Gesprächs des Autors mit Dr. Rastl, dem Leiter des EDV-Zentrums der Uni Wien, am 9.9.1997 erstellt.
[22] Das Österreichische Akademische Computernetz, EDV-Zentrum der Universität Wien, 1. 11.1996, Kunft, Rastl, Steinringer
[23] EARN und EUnet
[24] European Academic Supercomputer Initiative
[25] mit einer Geschwindigkeit von 64 Kbit/sec
[26] Informationsgesellschaft, Bericht der Arbeitgruppe der österreichischen Bundesregierung, S. 35
[27] Im Internet unter http://www.ebone.net/