Das Internet

“Das Internet ist ein zusammenhängendes weltweites Computernetzwerk von -zig tausend paketaustauschenden Netzwerken, die das Internet Protocol (IP) [9] benützen.” [10].
Noch genauer kann man das Internet als die Menge aller Computer definieren, die das TCP/IP-Protokoll verwenden, wobei die IP-Adresse zumindest mittelbar von IANA [11] zugewiesen wird. Das TCP/IP-Protokoll setzt sich nämlich immer mehr als Standardprotokoll auch in LAN (Local Area Networks, es handelt sich hierbei um lokale Netzwerke, die keine Anbindung an andere Computernetzwerke aufweisen;) oder WAN (Wide Area Networks; ähnlich wie LAN, aber unter Einbeziehung weiter entfernterer Computer, die beispielsweise mittels Telefon in das Netzwerk eingebunden werden) durch, wobei der Netzwerkbetreiber die IP-Adresse allerdings selbst auswählen kann und sich nicht nach den Vorgaben der IANA richten muß.
Um zu verstehen, wie das Internet arbeitet, kann man die Teilnehmer in 3 große Gruppen unterteilen [12]:
Die Endverbraucher haben Zugang durch individuelle Verbindungen (meist durch das Telefon) zu ihren Internetprovidern. Es ist nicht nötig, daß Endverbraucher eine andauernde Verbindung zum Netzwerk haben.
Internet Service Provider (ISP), wie zum Beispiel Eunet, Netway, America Online oder auch die Universitäten, verbinden die Endverbraucher mit dem Internet Backbone. Die Internet Service Provider verfügen über eine andauernde Anbindung an das Internet und ermöglichen so das jederzeitige Einlangen von Informationen für ihre Kunden (hauptsächlich E-Mail).
Backbone Provider leiten den Datenverkehr zwischen den ISPs und verbinden zu anderen Backbones. Der Ausdruck “Backbone” (Rückrat) bezeichnet die weltweiten leistungsfähigen (Licht-) Leitungen, über die der gesamte Datenverkehr fließt.
Jeder der hier beschriebenen Teilnehmer betreibt meist selbst ein Computernetzwerk (LAN). Firmeninterne Netzwerke (als Beispiel für Endverbraucher) werden mit Hilfe eines ISPs in das Internet eingebunden. Universitäten (als Beispiel für ISPs) bieten ihren Angehörigen und jeden, den es interessiert, innerhalb ihres Computernetzwerkes umfangreiche und aktuellste Daten an.
Solche lokale Netzwerke auf TCP/IP-Basis bestanden schon länger. Die PC-Dichte stieg rasant. Der Aufwand, diese LAN in das Internet einzubinden besteht bloß darin, eine andauernde Verbindung zu einem Internethost herzustellen und das TCP/IP-Protokoll nach den Vorgaben der IANA zu konfigurieren. Dieser Aufwand wurde von vielen Netzwerkbetreibern in den letzten Jahren getätigt, so daß sich in dieser kurzen Zeit bis zu 113 Millionen Benutzer [15] in einem Computernetzwerk, eben dem Internet, zusammenschließen konnten. Deshalb bezeichnet man das Internet auch als das Netzwerk der Netzwerke.

[9] Das IP definiert die Struktur der Datenpakete, die über das Internet übertragen werden.
[10] Digital Tornado: The Internet and Telecommunications Policy, Werbach, herausgegeben von der Federal Communications Commission, Washington DC, März 1997, Im Internet unter:
http://www.fcc.gov/Bureaus/OPP/working_papers/oppwp29.pdf
[11] siehe unter 7.1.2, Wer vergibt die Domain-Namen?
[12] vgl. Jaburek/Wölfl, Cyber-Recht, S 28 ff
[13] zur genaueren Definition der Provider siehe 5 Rechtsbeziehungen und Haftungsverteilung zwischen “Internet-Providern” und Nutzern
[14] Als Backbone Provider bezeichnet man die Unternehmen, die mit leistungsfähigen Kabel- oder Satellitenverbindungen das eigentliche (physische) Internet aufgebaut haben.
[15] Quelle: NUA Internet Surveys, Volume 3 No. 10, 23. März 1998;im Internet unter http://www.nua.ie/surveys/
Von den 113 Millionen Nutzern befinden sich 62 Millionen in den USA, 20 Millionen in Europa und 14 Millionen in Asien.