E-Mail

Beim Senden von E-Mail an Einzelpersonen, die wie oben dargelegt den Inhaltsdaten der Telekommunikation und damit dem Fernmeldegeheimnis nach § 88 TKG unterfällt, wird der Öffentlichkeitsbegriff nicht erfüllt. Es kommt dadurch weder zu einer Verbreitung noch zu einer öffentlichen Wiedergabe. Freilich kommt es zu einer Vervielfältigung, da jede gesendete E-Mail sowohl beim Sender als auch beim Empfänger gespeichert wird. Diese Vervielfältigung ist aber vom Sender intendiert, so daß bei selbst erstellten E-Mails eben der Urheber Gebrauch von seinem Vervielfältigungsrecht macht. Bei der Übertragung von nicht selbst erstellten E-Mails wird § 42 UrhG einschlägig sein, da es zur Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch kommt. [769] Das Gesetz fordert nämlich keinen “persönlichen” Gebrauch, sondern stellt darauf ab, daß das Werk nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. [770]

[769] Schwarz, Recht im Internet, 3-2.2, S 14f
[770] EB zur UrhGNov 1972, Dillenz, Materialien, S. 308; Walter, Die freie Werknutzung der Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch, MR 1989, S 69f;