in Österreich

In Österreich zeichnete sich die erste Bildung von Unternehmensgruppen auf dem Mobiltelefonmarkt ab.
Der erste Anbieter von Mobiltelefonnetzen in Österreich ist die Mobilkom Austria , einer Tochter der PTA [94]. Mit 851.609 Gesprächsteilnehmern der Mobilkom Ende November 1997 erlebte der Bereich Mobilkommunikation in Österreich einen wahren Boom. [95] Allein im A1-Netz konnten binnen eines Jahres 202.000 Neukunden gewonnen werden. [96]
Die Max.Mobil GesmbH setzt sich aus den Gesellschaftern DeTeMobil, Siemens, Bawag, Bayrische Landesbank, Generali, Interunfall, Erste Allgemeine, RZB, Krone und UTA zusammen. [97] Sie erreichte Mitte 1997 sogar stärkere Zuwachszahlen als A1 und zählt im September 1997 rund 120.000 Teilnehmer. [98] Demnächst wird ihre Gesellschaftsform in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Rund um Radex Heraklith hat sich ein Unternehmenskonsortium namens Connect Austria gebildet zu dem die deutsche Viag, die norwegische Telenor, die Constantia Privatbank, Girocredit und Tele Danmark gehören. Der ehemalige zweite Bewerber um die 3. Mobilfunklizenz (die erste im zukunftsträchtigen DCS 1800-System) ist die Gruppe um die CA Investmentbank (CAIB), die mit dem britischen Netzbetreiber Orange zusammenarbeitet. Hinter Orange steht die Finanzgruppe Hutchison des Honkonger Milliardärs Li Ka-shing. [99] Sie ist kurz vor dem Vergabetermin mit Connect Austria verschmolzen und bildet jetzt einen Teil dieses Konsortiums, dem um 2.3 Milliarden Schilling die dritte Mobilfunklizenz zuerkannt wurde.
Für 1998 wird die Ausschreibung einer vierten bundesweiten Lizenz zur Mobiltelefonie erwartet. Die Firma TriCoTel [100] hat sich bereits für die verbleibende Lizenz auf dem heiß umkämpften DCS-1800-Band beworben. “Wenn der Zeitplan klappt, könnte der vierte Betreiber zu Weihnachten feststehen" meint der Chef der Telecom Control Heinrich Otruba. [101] Otruba hält auch Mannesmann und Airtouch als Bewerber für wahrscheinlich.
Durch die Umsetzung diverser [102] EU-Richlinien durch das österreichische Telekommunikationsgesetz 1997, ist auch der Wettbewerb auf dem Festnetzmarkt[103] möglich geworden. Zwar bedarf das Erbringen von öffentlichen Sprachtelefondiensten mittels eines selbst betriebenen festen Telekommunikationsnetzes einer Konzession gemäß § 14 Abs 1 Z 1 TKG; diese Konzessionen wurden aber bereits in einer für den Wettbewerb angemessenen Zahl vergeben.
Die wichtigsten Inhaber von österreichweiten Konzessionen sind:
Weitere Lizenzinhaber für den Sprachtelefoniemarkt in Österreich sind die Telekabel, Österreichs größter Kabelbetreiber, der von der Telekom Control eine unbefristete Konzession sowohl für den öffentlichen Sprachtelefoniedienst als auch für das Anbieten von Mietleitungen erhielt; [126] die US-britische Gruppe Colt, die deutsch-französisch-amerikanische Allianz Global One, das schon oben erwähnte Bündnis Unisource [127] und die Pegasus Telekom Netzwerkdienste GmbH. [128]
In Österreich lag 1995 die durchschnittlichen Verbreitung von Telefonen im Festnetz mit 47 auf 100 Einwohner unter dem EU Durchschnitt [129]. Die tatsächliche Lieferzeit für einen neuen Telefonnetzanschluß betrug damals 45 Tage. [130] Mittlerweile bietet die PTA allerdings eine 6 Tage Garantie für die Einrichtung eines neuen Festnetz-Telefonanschlusses an. [131] In der EU liegt die Post und Telekom Austria mit der Höhe der Grundgebühren an dritthöchster Stelle. [132] Bei den Gesprächsgebühren war Österreich unangefochten teuerster Spitzenreiter in Europa. [133]
Seit 1.11.1997 gilt die neue Tarifregelung der PTA. Obwohl viele Konsumentenschützer und Vertreter der Industrie sich über höhere Telefontarife beklagen, wird erwartet, daß der Umsatz der PTA ausschließlich wegen der neuen Tarifgestaltung von 38 auf zumindest 35 Milliarden Schilling fallen wird. Allein im Jänner 1998 seinen Umsatzeinbußen von 302 Millionen Schilling zu verzeichnen. [134] Für die Nutzung des Internets durch Konsumenten hat die neue Tarifregelung allerdings nur Vorteile. Es gibt einen besonders billigen Internettarif, der einer der billigsten in Europa ist. Internetprovider sind österreichweit unter der Vorwahl 071891 und einer vierstelligen Zahl für den Provider zum billigen Internettarif erreichbar. [135]
Auch die PTA erkennt, daß das österreichische Post- und Fernmeldewesen einen tiefgreifenden Wandel im Zeichen der Liberalisierung der Märkte erlebt. Im Hinblick auf Anforderungen des offenen Wettbewerbs wurde am 1. Mai 1996 aus der bisherigen Post- und Telegraphenverwaltung (PTV) die privatwirtschaftliche Post und Telekom Austria Aktiengesellschaft, die PTA AG, ausgegliedert. Grundlage für die Ausgliederung der PTA AG aus der öffentlichen Verwaltung bildete das Poststrukturgesetz (PTSG). Es wurde am 16. April 1996 durch den Nationalrat verabschiedet und trat mit 1. Mai 1996 in Kraft. [136] Die Börseneinführung hat bis Ende 1999 zu erfolgen. Die neue Gesellschaft besteht aus den Unternehmensbereichen Post-, Postauto- und Telekommunikationsdienst. Der Telekommunikationsbereich ist mit 69,6% des Umsatzes von 40,7 Mrd. Schilling die bedeutenste Sparte. Die PTA AG übernahm alle Vermögenswerte der bisherigen Post- und Telegraphenverwaltung. Über die Post- und Telekom-Beteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH (PTBG) ist die Republik Österreich alleiniger Eigentümer der PTA AG. [137]
Entscheidenden Einfluß auf die Ertragslage des PTA-Konzerns hatten 1996 die Personalkosten (17,3 Mrd. S), die Abschreibungen (8,6 Mrd. S), die Konzessionsabgabe (4,6 Mrd. S) und die Schuldzinsen (2,7 Mrd. S). Mit einem Jahresüberschuß von 2,2 Mrd. S konnte das Eigenkapital auf 43 Mrd. S aufgestockt werden, was einer Eigenkapitalquote von 31% entspricht. [138]
A-Online ist Österreichs größter Onlinedienst. A-Online gilt als Nachfolger des ehemaligen PAN-Dienstes der Post. Neun Monate nach der Inbetriebnahme ist A-ONLINE mit mehr als 32.000 Teilnehmern zum größten Onlinedienst Österreichs herangewachsen. [139] Der Geschäftsbericht 1996 der PTA spricht schon von 42.000 A-Online Nutzern. [140] Die Post & Telekom Austria versucht sich auch als Informationsanbieter im Internet. So gibt es jetzt das recht zuverlässige elektronische Telefonbuch im Internet. [141]
Weiter große kommerzielle österreichische Provider sind unter anderem EUNet, Netway, Vienna Online, Kablesignal oder Telekabel. Genaue Angaben über die Anzahl der Kunden sind aber in dieser Branche das bestgehütetste Geheimnis. 65 [142] österreichische Internetprovider sind Mitglieder im Verband “Internet Service Provider Austria” (ISPA), der am 12. September 1997 gegründet wurde. [143] Das Ziel des Vereins ist die Schaffung einer Plattform aller österreichischen Internetprovider die sich auch um Mitsprache bei Gesetzesentwürfen und Tarifangelegenheiten bemüht. Die ISPA tritt auch für mehr Rechtssicherheit im Umgang mit dem Internet ein.

[94] Post und Telekom Austria
[95] Handys: Hits unter den Weihnachtsgeschenken, Die Presse, 13.12.1997, S 26
[96] Erfolgreiche PTA-Geschäftsbilanz 1996, im Internet unter http://www.pta.at/news/Artikel/23.htm
[97] Tengg ist bald nicht mehr “Ober-max”, Die Presse, 11.9.1997, Seite 19
[98] Mobilkom dank Handy-Boom auf Rekordkurs, Die Presse, 17.10.1997, S 22
[99] Zwei “Handys” für Einem, Die Presse vom 3. Juli 1997, Seite 13
[100] Nähere Informationen zu TriCoTel im Internet unter http://www.tricotel.at
[101] Noch heuer kommt der 4. Handynetz-Betreiber, Die Presse vom 8.5.1998, S. 17
[102] Die Bedeutung der einzelnen Richtlinien wird unter 3.3.6 Einfluß der EU auf Österreich erläutert.
[103] Post-Konkurrenz steht in den Startlöchern, Die Presse, 6.9.1997, S. 25
[104] Partner für Telekom ist bis Mitte Juli fix, Die Presse vom 26.3.1998, S 19
[105] United Telecom Austria
[106] im Internet unter http://www.uta.at
[107] European Survey of Information Society Projects and Actions, Quarterly Report 3/97,S. 53, Austria, Herausgegeben von Techno-Z und WIFO
[108] European Survey of Information Society Projects and Actions, Quarterly Report 3/97,S 53, Austria, Herausgegeben von Techno-Z und WIFO
[109] European Survey of Information Society Projects and Actions, Quarterly Report 3/97,S . 50, Austria, Herausgegeben von Techno-Z und WIFO
[110] UTA schließt Abkommen mit Global One, APA Infohighway, im Internet unter http://www.apa.co.at/scripts/depot/hig/19970909DBI023.txt
[111] Ab Jahresende freier Telephonmarkt: UTA unterbietet Post um ein Viertel, Die Presse vom 28.5.1998, Wirtschaftsteil
[112] Ab Jahresende freier Telephonmarkt: UTA unterbietet Post um ein Viertel, Die Presse vom 28.5.1998, Wirtschaftsteil
[113] European Survey of Information Society Projects and Actions, Quarterly Report 3/97,S 56, Austria, Herausgegeben von Techno-Z und WIFO
[114] European Survey of Information Society Projects and Actions, Quarterly Report 3/97,S. 52, Austria, Herausgegeben von Techno-Z und WIFO
[115] European Survey of Information Society Projects and Actions, Quarterly Report 3/97,S 52, Austria, Herausgegeben von Techno-Z und WIFO
[116] Mannesmann wird zum Telekom-Riesen in Österreich, Der Standard, 30./31. Mai/1. Juni 1998, Seite 27, im Internet unter http://www.derstandard.at/19980530/77.htm
[117] Citykom startet 1999 eigenes Telephon-Netz, Die Presse, 12.9.1997, S 15
[118] Acht neue Freizeichen am Telefon-Markt, Der Standard, Donnerstag 22. Jänner 1998, Seite 2, im Internet unter http://www.derstandard.at/webstandard/neue_medien/153.htm
[119] Mannesmann wird zum Telekom-Riesen in Österreich, Der Standard, 30./31. Mai/1. Juni 1998, Seite 27, im Internet unter http://www.derstandard.at/19980530/77.htm
[120] Mannesmann wird zum Telekom-Riesen in Österreich, Der Standard, 30./31. Mai/1. Juni 1998, Seite 27, im Internet unter http://www.derstandard.at/19980530/77.htm; Otruba rechnet mit drei Netzen, ORF-ON, im Internet unter http://www.orf.at/orfon/971218-4023/4034txt_story.html
[121] Acht neue Freizeichen am Telefon-Markt, Der Standard, Donnerstag 22. Jänner 1998, Seite 2, im Internet unter http://www.derstandard.at/webstandard/neue_medien/153.htm
[122] Telephonieren im Web, Die Presse vom 5. 5. 1998, S. 31
[123] Acht neue Freizeichen am Telefon-Markt, Der Standard, Donnerstag 22. Jänner 1998, Seite 2, im Internet unter http://www.derstandard.at/webstandard/neue_medien/153.htm
[124] Liste der Telekom-Konzessionsinhaber, Medien und Recht Verlag, im Internet unter http://www.medien-recht.com/telecom_konzession.html
[125] Konzession für Internet-Telefonie erhalten, ORF-ON, im Internet unter http://www.orf.at/orfon/ticker/13_1998272_181.html
[126] Der Startschuß für den Einstieg in das operative Geschäft mit der Sprachtelefonie soll in der zweiten Jahreshälfte fallen. Neue Telcos buhlen um Kunden, Der Standard, Donnerstag, 14. Mai 1998, Seite 2, im Internet unter http://www.derstandard.at/webstandard/neue_medien/132.htm
[127] Telekom-Konkurrenz rüstet, PTA wartet, Die Presse vom 17.11. 1997, Wirtschaftsteil
[128] Liste der Telekom-Konzessionsinhaber, Medien und Recht Verlag, im Internet unter http://www.medien-recht.com/telecom_konzession.html
[129] In KOM(96)568 endg. vom 20.22.1996, Anhang 2 Tabelle A2
[130] In KOM(96)568 endg. vom 20.22.1996, Anhang 2 Tabelle A3
[131] Im Internet unter http://www.pta.at/telekom/oes/service/6tage.html
[132] In KOM(96)568 endg. vom 20.22.1996, Anhang 2 Tabelle A7
[133] In KOM(96)568 endg. vom 20.22.1996, Anhang 2 Tabelle A7
[134] Partner für Telekom ist bis Mitte Juli fix, Die Presse vom 26.3.1998, S 19
[135] “071891: Internet, bitte warten...”, Die Presse, 29.9.1997, S 18
[136] Finanzbericht 1996 der PTA, S. 2
[137] So der Finanzbericht 1996 der PTA, S. 2
[138] Erfolgreiche PTA-Geschäftsbilanz 1996, im Internet unter http://www.pta.at/news/Artikel/23.htm
[139] Österreichs größter Onlinedienst baut Marktführerschaft aus, Pressetext Austria, 11.2.1997, im Internet http://www.pressetext.at/cgi-bin/cgiwrap/prestext/.cgi/display.pl.cgi?pta=970211002
[140] Geschäftsbericht der PTA 1996, Seite 28
[141] ETB Online http://www.etb.at/www/cgi-bin/ida_qry
[142] Stand vom 28.3.1998. Der aktuelle Stand der ISPA-Mitglieder ist unter http://www.ispa.at/mitgl.htm abzurufen.
[143] Näheres über die ISPA im Internet unter http://www.ispa.at/index.htm